Rivne

  • Im Nordwesten der Ukraine inmitten den grünen Ufern des Flußes Ustje befindet sich Rivne oder Rovno. Hier kreuzten sich immer Wege, die den westlichen Teil des Landes mit dem Osten verbunden hatten. Deswegen wurde Rivne seit Jahrhunderten als eine Kreisstadt der verschiedenen Staaten betrachtet. Diese Besonderheit widerspiegelte sich in seiner Architektur, und machte die Stadt attraktiv für diejenigen, die sich mit der historischen Vergangenheit der Ukraine kennen lernen möchten. Das Magdeburger Recht und den Status einer Stadt erhielt Rivne am Ende des 15. Jahrhunderts dank der Gründerin der Stadt  Prinzessin Mary Nesvitski, die sich selbst als Mary Rovenskaya bezeichnete. Allerdings ist die erste Erwähnung von Rivne wie eine Siedlung im Jahr 1283 datiert. Ab dem 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt unter der Regierung von Polen, dann von Litauen, unter der Autorität der Rzeczpospolita, gehörte die Stadt dem russischen Reich.

     

    Heute kann man in der Stadt die Gebäude der verschiedenen Religionen und Kulturen sehen. Es wurden hier die jüdische Synagoge und die katholische Kirche, und die orthodoxen Kirchen gebaut. All diese Sehenswürdigkeiten hat man eine Möglichkeit auf einer der schönsten Straßen von Rivne zu sehen - Sobornaya. Es ist jedoch am besten einen Spaziergang in dieser kleinen Stadt am Prospekt Mira zu beginnen, von dem Bahnhofsgebäude.

     

    An der Kreuzung mit der Straße Shevchenko befindet sich das älteste Gebäude der Stadt - die Holzkirche der Himmelfahrt. Sie wurde im Jahre 1756 von den Pfarrkindern geschaffen. Es gibt eine Legende, die mit der Kirche verbunden ist, sie erzählt, daß es hier vor der Schlacht mit dem polnischen Adel einer der Führer des Aufstands Ivan Gonta im Jahre 1768 betete.

     

    Weiter dem Prospekt Mira entlang befindet sich eine Straße von Simon Petljura, auf dem das Bernsteinmuseum liegt. Das Museum wurde auf der Grundlage der Stadt Bernsteinenfabrik eröffnet. Hier kann man die verschiedenen Bernsteinenarten sehen, von denen einige 40.000.000 Jahre alt sind. Das Museum zeigt den Touristen auch das älteste Bernsteinprodukt – ein rundes Amulett, das etwa 2500 Jahre alt ist. Die Dekoration des Museums sind Bernsteine, in denen die Insekten kristallisiert wurden.

     

    Am Ende der Prospekt Mira liegt der Boulevard Nesavisimosti (Unabhängigkeit), der mit blühenden Blumenbeeten und einen kleinen Platz geschmückt ist. Es gibt ein Kino "Ukraine" hier, nach dem die Straße Sobornaya liegt. Auf der linken Seite von Boulevard Nesavisimosti befindet sich ein Park von Taras Shevchenko. Dies ist ein hervorragendes Beispiel für Landschaftskunst. Die verschiedenen Arten von Blumen, Sträucher und jahrhundertealten Bäumen wachsen in den Park. Einige der Pflanzen sind exotisch, weil sie aus Nordamerika, Fernem Osten, Südeuropa, sowie aus Japan und China importiert wurden. Der Park verfügt über mehrere Teiche und ist in fünf Bereiche geteilt: Sportbereich, Kinderbereich, eine Zone der ruhigen Erholung, eine Zone der aktiven Erholung und Sektor der Freizeiteinrichtungen. Gleich direkt vor dem Boulevard Nesavisimosti wurde die Heilige Auferstehungskathedrale errichtet. Sie wurde am Ende des 18. Jahrhunderts auf Spenden von Kaiser Alexander III gebaut und ist heute einer der wichtigsten architektonischen Bauten der Stadt.

     

    Wenn Sie auf der Straße in der Richtung des Flußes Ustje gehen, sehen Sie  auf der linken Seite den Platz Korolenko, wo sich das Rivne Regionalmuseum befindet. Es war einmal hier das Gymnasium des Mannes, wo der ukrainische Historiker Mykola Kostomarov lehrte und studierte der große russische Schriftsteller Vladimir Korolenko. Während der deutschen Besetzung wurde das Gebäudes zum Reichskommissariat der Ukraine unter der Leitung von Erich Koch geworden, und dahinter war ein Bunker mit Gefangenen. Entlang dem Platz Korolenko befindet sich ein Park mit einem See. Das ist die ehemalige Hofstelle von Fürsten Lubomirski. Früher wurde hier ein Schloss im Stil des Rokoko gebaut, und jetzt ist noch der "Schwanensee" erhalten, wo die schwarzen Schwäne schwimmen.

     

    Auf der rechten Seite der Straße befindet sich das Gebäude der Kathedrale von dem Regionalen Akademischen Musiktheater von Rivne, neben ihm ist ein Denkmal für den ukrainischen Schriftsteller Ulas Samchuk. Auf der linken Seite steht ein Denkmal der Gründerin der Stadt Mary Rovenskaya. Hinter diesem Denkmal auf der Straße Schkolnaya befindet sich die Hauptsynagoge des späten 19. Jahrhunderts und eine jüdische Schule. Auf der Sobornaya Straße ist die Kirche von St. Anthony, die im neugotischen Stil gebaut und mit Buntglasfenstern und Fresken verziert wurde. Diese Kirche blieb seit der Herrschaft der Fürsten Lubomirski. An der Fassade des Gebäudes hängt eine Uhr, und das Dach wird mit den Turmspitzen gekrönt. Jetzt ist im Kirchengebäude von St. Antonio ein Saal der Kammer- und Orgelmusik.

     

    Am Rande der Stadt Rivne befindet sich  ein Zoo von nationaler Bedeutung. Auf dem Gebiet von mehr als vier Hektar sind heimisch etwa 200 Arten von Vertretern der Landfauna. In der Voliere "Großmutters Gof" im Park können Sie einige der Tiere zur Hand nehmen und füttern. Auch im Zoo funktioniert das Exotarium und die Reitschule. Rivne enthält viele Besonderheiten der westlichen ukrainischen Städten, die es einzigartig und so attraktiv für viele Touristen macht.